Apple iCloud

Nach endlosen Jahren des Experimentierens hatte Apple jetzt offenbar ein Einsehen mit seinen Kunden und so startete unlängst der neuste Netzwerk-Dienst des Unternehmens und das damit erste Projekt was den Begriff der Cloude auch offiziell im Namen trägt. Mit der Apple iCloud erreicht eine Technik den Markt, die E-Mails, Termine, Persönliche Einstellungen, Apps oder auch Musik und Video übergreifend synchronisiert und Apples Vision des Cloud-Computing längerfristig auf i-Geräten, MacOS Rechnern sowie Windows PCs realisiert. Zugleich endet eine ganze Dekade des Testens und Ausprobierens mit Cloud Services wie iTools (2000), .MAC (2002) oder zuletzt Mobile Me (2008) und eröffnet der Applekundschaft den sorgenfreien Weg zur administrierbaren everything-everywhere Datenhaltung des persönlichen Online-Speichers.

Apple iCloud Schaubild


Das iCloud Erleben wurde dem Publikum zum Auftakt der alljährigen Apple-Entwicklermesse WWDC vorgestellt und präsentiert sich als Hub Metapher, die die Teilnehmer zukünftig über ihr zentrales Repository auf den Apple Servern nutzen sollen. Im Gegensatz zu der sich durch Werbung finanzierenden Konkurrenz, die Anwendungsdaten zur Verarbeitung in die Cloud transferieren möchte, positioniert Apple das jeweilige persönliche Gerät im Zentrum des Universums und lässt dieses auf die iCloud zugreifen. Damit hat die wertvollste Marke der Welt seine Hausaufgaben wieder einmal vor allen anderen gemacht, denn sowohl die eingesetzte Push-Technologie, wie auch Server-Infrastruktur um App Store oder iTunes-Shop existieren bereits und kann funktional miteinander verbunden werden. Entsprechend gibt es für iCloud Anwender nur magere 5 GB kostenfreien Speicher, denn sämtlich bereits vorhandene oder erworbene Musik, Software oder Literatur kann sich als Scan&Match Fingerprint Verknüpfung generieren lassen und ersparrt somit ein aufwendiges uploaden.

Ein getrübtes Wolkenbild gibt es derzeit noch für Cineasten und Hobbyfilmer. Obwohl Bestandteil der iCloud, ist ein Film Download insbesondere für die wireless i-Kollektion in Sachen Festplattenkapazität nicht zweckgebunden. Der angedachte iMoviestream Service ist Gegenstand von Verhandlungen, doch zumindest für Disney, Paramount und Sony wird es wohl sehr schnell digitale Regale bei iTunes geben. Interessantes im Zusammenhang mit der Apple Cloud gab es jüngst auch auf der E3 Spielemesse. Zeitgleich zur WWDC wurde mit OnLive ein Cloud-Gaming-Dienst vorgestellt, der für iOS und Androidtablets angedacht ist und später im Jahr startet. Damit erweitert Apple sein Portfolio und lässt in den Rechenzentren Computerspiele laufen, die über OnLive als Videostream auf den Bildschirm wandern und sich mit den Tablets als Remote-Steuerung bedienen lassen. Das Konzept soll ebenfalls mit Quicktime und den 3D-Renderern Maya und Autodesk funktionieren, inwieweit aber OnLive in die iCloud migriert oder berechnete i-typspezifische Moviestreams beim Kunden ankommen, darf spekuliert werden.

28. Juni 2011 | veröffentlicht in Fernsehen vom Modernes-Fernsehen-Team

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